Pramen Dr. Šťastného: příběh luhačovického gejzíru

Die Quelle von Dr. Šťastný ist zweifellos die dramatischste aller Mineralquellen in Luhačovice. Seine Entdeckung im Jahr 1929 sorgte europaweit für Aufsehen – und das tragische Schicksal des Arztes, nach dem er benannt ist, erinnert an das dunkelste Kapitel der modernen Geschichte.

Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2026 17:00

Die Geschichte des Geysirs

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts suchte man in Luhačovice nach neuen ergiebigen Mineralwasserquellen für den wachsenden Kurbetrieb. Beim Bohren eines Brunnens an der Stelle der Janovka-Quelle ereignete sich 1929 etwas Unerwartetes. In einer Tiefe von 39 Metern stieß die Bohranlage auf ein mächtiges Vorkommen von unter Druck stehendem, mit Kohlensäure versetztem Mineralwasser – und dieses schoss sofort in einer Fontäne fast 20 Meter hoch in die Luft.

Ein gewaltiger Mineralwasser-Geysir, wie ihn Mitteleuropa noch nie gesehen hatte, zog die Aufmerksamkeit von Experten und Journalisten aus dem gesamten Kontinent auf sich. Die Quelle erhielt den treffenden Namen „Geysir“ und wurde zum Symbol für die Naturkraft, die unter dem Tal von Luhačovice verborgen liegt. Heute wird die Fördermenge auf 5 Liter pro Minute reguliert, doch die Kraft des unterirdischen Drucks bleibt bestehen.

Dr. med. František Šťastný (1913–1944)

Die Quelle wurde später zu Ehren von Dr. med. František Šťastný umbenannt, einem Kurarzt aus Luhačovice, der seine Menschlichkeit mit dem Leben bezahlte. Während der nationalsozialistischen Besatzung versorgte er heimlich verwundete Partisanen in der Umgebung der Weißen Karpaten. Für diese Tätigkeit wurde er von der Gestapo verhaftet und 1944 zu Tode gefoltert. Die Benennung der Quelle nach ihm ist Ausdruck der Ehrerbietung der Stadt gegenüber einem Menschen, der den ärztlichen Eid über seine eigene Sicherheit stellte.

Einzigartige chemische Zusammensetzung

Die Quelle von Dr. Šťastný gehört zu den am stärksten mineralisierten Quellen in Luhačovice. Es handelt sich um natürliches, sehr stark mineralisiertes, jodhaltiges, kohlensäurehaltiges Wasser vom Typ Hydrogencarbonat-Chlorid-Natrium (HCO₃-Cl-Na). Unter den Quellen von Luhačovice sticht sie durch mehrere Rekordwerte hervor:

  • Höchster Gehalt an Jod (I⁻) – ein Schlüsselelement für die ordnungsgemäße Funktion der Schilddrüse, die allgemeine Immunabwehr und die Vitalität des Organismus
  • Höchster Gehalt an Lithium (Li⁺) – ein natürliches Beruhigungs- und Stabilisierungsmittel, das auf das Nervensystem wirkt
  • Höchster Gehalt an Barium (Ba²⁺) – ein charakteristischer Bestandteil der Luhačovice-Wässer, der in europäischen Quellen selten vorkommt
  • Höchster Fluoridgehalt (F⁻) – Schutz des Zahnschmelzes und Vorbeugung gegen Karies
  • Hoher Gehalt an Borsäure (HBO₂) – entzündungshemmende und antiseptische Wirkung

Das Wasser ist kalt (10–12 °C), hypertonisch und von Natur aus reich an Kohlensäure. Es enthält zudem erhöhte Mengen an Strontium und Bromiden (Quelle: Lázně Luhačovice a.s., 2024).

Anwendung in der Kurbehandlung

Dank seiner außergewöhnlichen Zusammensetzung wird die Quelle von Dr. Šťastný vor allem für folgende Zwecke genutzt:

  • Inhalationstherapie – der hohe Gehalt an Chloriden und Jod verflüssigt den Schleim in den Atemwegen, erleichtert das Abhusten und lindert chronische Entzündungen
  • Trinkkuren – Von allen Quellen in Luhačovice hat diese Quelle den am wenigsten ausgeprägten salzigen Geschmack, was sie für Patienten am besten für den regelmäßigen Genuss geeignet macht.
  • Gurgeln – bei Entzündungen des Rachens und der Stimmbänder

Die Mineralwässer aus Luhačovice helfen im Allgemeinen bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen, Verdauungsbeschwerden, Diabetes sowie bei der Rehabilitation nach einer onkologischen Behandlung. Die Dr.-Šťastný-Quelle eignet sich dank ihres Jod- und Borgehalts besonders gut für Indikationen im Bereich der Atemwege.

Wo Sie die Quelle finden

Der Pavillon der Dr.-Šťastný-Quelle befindet sich am nordwestlichen Fuß des Velká Kamenná, nordwestlich des Kurtheaters von Luhačovice. Der Ort ist von der Kurkolonnade aus bequem zu Fuß erreichbar – der angenehme Spaziergang durch den Park dauert etwa fünf Minuten. Die Lage aller Quellen finden Sie auf der interaktiven Karte.

Die Quelle ist während der Kur-Saison für die Öffentlichkeit zugänglich. Ihr Pavillon, der inmitten der Grünanlagen unterhalb eines Felsmassivs liegt, gehört zu den fotogensten Orten im Park von Luhačovice.

Weitere Informationen zu den Mineralquellen in Luhačovice finden Sie auf der Seite „Mineralquellen“ oder in der Übersicht über die übrigen Quellen.

Quellen: Lázně Luhačovice a.s. (2024), Girgel M., Hrabec J., Šnajdara P. (2008): Mineralquellen der Region Zlín, Janoška M. (2011): Mineralquellen in Böhmen, Mähren und Schlesien. Siehe auch „Mineralquellen in Luhačovice“ auf Wikipedia.

Saisonalität – im Winter geschlossen

Die Dr.-Šťastný-Quelle ist in den Wintermonaten geschlossen. Außerhalb der Hauptbadesaison (etwa November bis März) ist der Weg dorthin begehbar und Sie können den Pavillon besichtigen, doch der Mineralwasserauslauf und der Schalterbetrieb sind außerhalb der Saison nicht in Betrieb. Wenn Sie Luhačovice im Winter besuchen, empfehlen wir Ihnen als Alternative die Vincentka in der Vincentka-Halle, die Aloiska und die Nový Jubilejní – diese Quellen sind ganzjährig zugänglich.



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