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Meta title: Die Familie Serényi: 300 Jahre Adel in Luhačovice | Luhačovi
Meta description: Vom Kauf des Landguts im Jahr 1629 bis zur Enteignung 1945. Die Geschichte der Familie Serényi, die Luhačovice das Schloss, das Kurbad und die Vincentka-Quelle

Das Geschlecht der Serényis – Adlige, die 300 Jahre lang über Luhačovice herrschten

Ungarische Adlige in Mähren

Das Geschlecht der Serényi (Serényi de Kis-Serény) stammt aus Ungarn, wo sich seine Mitglieder als tapfere Kämpfer gegen die Türken einen Namen machten. Dank dieses Rufs wurden sie noch vor der Schlacht am Weißen Berg ohne Schwierigkeiten in die mährische Ständegemeinschaft aufgenommen. Sie kamen zu Beginn des 17. Jahrhunderts nach Mähren und wurden bald zu einem der bedeutendsten Adelsgeschlechter der Region.

Gabriel Serényi – Begründer der Luhačovice-Ära

Ein entscheidender Moment für Luhačovice war das Jahr 1629. Nach den Beschlagnahmungen, die auf die Schlacht am Weißen Berg folgten, verkaufte Fürst Maximilian von Liechtenstein das Gut Luhačovice für 12.000 Goldstücke an die Brüder Serényi.

Gabriel Serényi (ca. 1598–1664) war ein außerordentlich fähiger Adliger und Verwalter. In seiner Jugend diente er in der kaiserlichen Armee, während des Dreißigjährigen Krieges bekleidete er hohe Landesämter und war in den Jahren 1655–1664 als mährischer Landstatthalter tätig – das höchste Verwaltungsamt im Land. Im Jahr 1656 wurde er in den Stand der erblichen Grafen erhoben.

Gabriel erweiterte den Familienbesitz um weitere Güter – Zlín (1655), Milotice (1648), Kunvald (1655) und Lomnice (1662). Damit schuf er die Vermögensgrundlage, auf der die Familie Serényi bis ins 20. Jahrhundert stand. Für die Untertanen von Luhačovice bedeutete seine Herrschaft relative Stabilität nach der turbulenten Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

Das Barockschloss – ein Sitz, der einer Grafenfamilie würdig ist

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ließ Graf Wolfgang Serényi an der Stelle der ursprünglichen Festung ein Barockschloss (1730–1738) errichten und fügte eine Kapelle hinzu. Das Schloss wurde zum repräsentativen Sitz des Geschlechts und zum Verwaltungszentrum des Herrschaftsgebiets.

Der Bau des Schlosses veränderte das Gesicht von Luhačovice. Aus einem unbedeutenden Dorf mit einer verfallenden Festung wurde eine Kleinstadt mit einem prächtigen Herrenhaus, einem Park und landwirtschaftlichen Anlagen. Die städtebaulichen Spuren des Schlossgeländes sind in Luhačovice bis heute sichtbar.

Vincenc Serényi und die Entstehung des Kurortes

Zu den bedeutendsten Mitgliedern der Familie zählt Graf Vincenc Serényi (1752–1810) – ein gebildeter Aristokrat der Aufklärung, der den Grundstein für die Kurtradition von Luhačovice legte. Vincenc erkannte das Heilpotenzial der hiesigen Mineralquellen und begann, sie systematisch zu nutzen.

Zu seinen Ehren trägt die berühmteste Quelle von Luhačovice den Namen Vincentka – eine Bezeichnung aus dem Jahr 1792, die bis heute Bestand hat. Vincentka wurde zum Synonym für den Kurort Luhačovice und zu einem der bekanntesten Mineralwässer in Tschechien.

Auch andere Quellen tragen die Namen von Familienmitgliedern: Ottovka nach Otto Serényi, Amandka und Aloiska nach weiteren Angehörigen des Geschlechts. Diese Namen sind ein lebendiges Zeugnis jener Zeit, als das Kurbad einer einzigen Familie gehörte.

Otto Serényi und die Ankunft von Jurkovič

Die Entwicklung des Kurortes setzte sich während des gesamten 19. Jahrhunderts fort, doch der entscheidende Wendepunkt kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1902 wurde die Aktiengesellschaft der Luhačovice-Bäder gegründet, die den Kurbetrieb von den Serényis erwarb. Vorsitzender des Vorstands wurde Graf Otto Serényi (1855–1927).

Im selben Jahr holte Dr. František Veselý den damals 33-jährigen slowakischen Architekten Dušan Jurkovič nach Luhačovice. In den Jahren 1902–1903 entwarf und realisierte Jurkovič zwölf Jugendstilbauten, die von der Volksarchitektur der Walachei und der Kysuce inspiriert waren und Luhačovice ihr unverwechselbares Gesicht verliehen. Jurkovičs Inhalationsgebäude, die Jestřábí-Kolonnade oder das Wasserkafé „Slunečné lázně“ gehören bis heute zu den Ikonen der tschechischen Architektur.

Ausführlicher mit der Baugeschichte des Kurortes befasst sich die Diplomarbeit von Radim Silný.

Das Ende einer Ära – das Jahr 1945

Die dreihundertjährige Herrschaft der Familie Serényi in Luhačovice fand 1945 ihr Ende. Im Mai wurde das Schloss unter staatliche Verwaltung gestellt, Graf Alois Serényi (1893–1957) wurde verhaftet und in ein Arbeitslager in Uherský Brod interniert. Die Schlösser in Luhačovice und Lomnice wurden auf Grundlage von Dekreten des Präsidenten der Republik beschlagnahmt.

Nach 1989 begann die Familie Serényi, die Rückgabe ihres Vermögens einzufordern. Nach einem langen Rechtsstreit wurde das Schloss in Luhačovice im Jahr 2017 den Nachkommen der ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben. Die Rückgabe stieß auf großes Interesse in den Medien und in der Öffentlichkeit – nach siebzig Jahren kehrten die Serényis nach Luhačovice zurück.

Was von ihnen übrig blieb

Das Vermächtnis der Familie Serényi ist in Luhačovice allgegenwärtig:

Dreihundert Jahre sind in der Geschichte einer Familie und einer Stadt eine ungewöhnlich lange Zeit. Die Serényis kamen als Fremde aus Ungarn nach Luhačovice, hinterließen hier jedoch Spuren, die fortbestehen und fortbestehen werden.

Mehr über die Familie finden Sie auf den Portalen historickaslechta.cz und in der tschechischen Wikipedia.

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Autor: Karel Kadlčík