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Meta title: Antonín Václavík: Das Zálesí bei Luhačovice – Monografie 193
Meta description: Der Ethnograf Antonín Václavík aus Pozlovice hielt in seiner monumentalen Monografie aus dem Jahr 1930 die verschwindende Welt des Luhačovice-Zálesí fest. Wer w

Antonín Václavík und sein „Luhačovské Zálesí“ – ein Buch, das eine verschwindende Welt festhält

Ein Lehrer aus Pozlovice, der zum Professor wurde

Antonín Václavík wurde am 12. Juli 1891 in Pozlovice geboren – einem Ort, der heute zu Luhačovice gehört. Er wuchs in einer Region auf, in der noch Trachten getragen wurden, bei Erntefesten gesungen wurde und jeder Bauernhof seinen unverwechselbaren Charakter hatte. Diese Welt faszinierte ihn seit seiner Kindheit und prägte sein gesamtes Berufsleben.

Nach seinem Studium an der Lehrerbildungsanstalt begann er als Landlehrer zu arbeiten. Doch schon damals wusste er, dass er das festhalten wollte, was um ihn herum zu verschwinden drohte – die traditionelle Kultur des Luhačovice-Zálesí, die sich unter dem Druck der Modernisierung rasch wandelte. Zusammen mit seinem Bruder František begann er, systematisch ethnografisches Material zu sammeln: Er schrieb Volkslieder auf, dokumentierte Trachten, fotografierte Gebäude und hielt Bräuche und Sitten fest.

Die Gründung des Museums im Jahr 1918

Ein Wendepunkt war die Gründung des Regionalmuseums. Während der schwierigen Jahre des Ersten Weltkriegs gelang es Václavík, so viele Exponate zu sammeln, dass am 28. Juli 1918 – also noch vor der Gründung der Tschechoslowakei – eine Museumsausstellung in dem Gebäude namens „Zámeček“ oberhalb der Kurkolonnade eröffnet werden konnte.

Knapp einen Monat später, am 12. August 1918, wurde der Museumsverein in Luhačovice gegründet, der an Václavíks systematische Sammel- und Dokumentationsarbeit anknüpfte. Václavík nahm die Klassifizierung der Sammlungen und deren Installation vor und legte damit den Grundstein für eine Institution, die bis heute besteht.

Die Monografie von 1930 – Höhepunkt eines Lebenswerks

Die Veröffentlichung der monumentalen Monografie „Luhačovské Zálesí“ im Jahr 1930 war der Höhepunkt der Tätigkeit des Museumsvereins und Václavíks selbst. Der vollständige Titel des Werks lautete: Luhačovské Zálesí: Beitrag zur ethnografischen Grenze zwischen Wallachien, der Slowakei und der Haná.

Auf 672 Seiten behandelt die Monografie Traditionen, Volksbräuche, Kunst, demografische und wirtschaftliche Aspekte, Bildung sowie Gesundheitsversorgung in der Region Luhačovské Zálesí. Der Text wird durch 800 Abbildungen – Fotografien, Zeichnungen und Reproduktionen – ergänzt. An der bildlichen Dokumentation haben führende mährische Künstler mitgewirkt, unter anderem Joža Úprka und František Hlavica.

Das Buch beleuchtet die Region an der Schnittstelle dreier Kulturräume – Wallachien, Slovácko und Haná – und zeigt, wie sich diese Einflüsse im Zálesí vermischten und eine eigenständige lokale Kultur schufen. Dies ist bis heute der wichtigste wissenschaftliche Beitrag des Werks: Václavík hat die Region nicht nur beschrieben, sondern auch analysiert und in einen breiteren Kontext gestellt.

Was Václavík festhielt

Der Umfang der Monografie ist beeindruckend. Václavík dokumentierte:

Vieles von dem, was Václavík festhielt, wäre ohne seine Arbeit unwiederbringlich verloren gegangen. Eine Reihe von Bräuchen und Handwerkskünsten ist im Laufe des 20. Jahrhunderts verschwunden, und seine Monografie bleibt das einzige verlässliche Zeugnis.

Akademische Laufbahn

Václavíks Arbeit blieb nicht unbemerkt. Aus dem Dorflehrer wurde ein angesehener Wissenschaftler – Professor für Ethnografie an der Masaryk-Universität in Brünn. Er hielt Vorlesungen, betreute Studenten und setzte seine Forschungen zur mährischen Volkskultur fort. Er starb am 4. Dezember 1959 in Brünn im Alter von 68 Jahren.

Was er hinterlassen hat

Das Museum des Luhačovice-Zálesí fungiert bis heute als Zweigstelle des Museums für Südostmähren in Zlín. Die Dauerausstellung „Das bekannte und unbekannte Luhačovice“ zeigt den Lebensstil der Region zu Beginn des 20. Jahrhunderts – Innenräume, Holzwerkzeuge, Strohwaren, Keramik, Fayence, bemalte Eier und Trachten.

Die Monografie „Luhačovské Zálesí“ ist heute eine Sammlerrarität. Im Jahr 2005 erschien ein Faksimile-Nachdruck im Verlag Atelier IM Luhačovice, doch auch dieser ist bereits schwer zu bekommen. Informationen zum Buch finden Sie in der Buchdatenbank.

Václavíks Vermächtnis ist auch für heutige Besucher von Luhačovice aktuell. Wer die hiesige Region verstehen will – ihre Geschichte, ihre Bräuche und den Charakter der Menschen –, findet in seinem Werk den besten Reiseführer.

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Autor: Karel Kadlčík